Blizzard hat am 20.06.2012 den Patch 1.0.3 für Diablo 3 veröffentlicht, mit dem viele Kritikpunkte von Spielern ausgemerzt werden sollen und ein Anreiz für weitere Spielstunden geschaffen werden soll aber man muss sich auch mal eine andere Frage stellen. Wer glaubt eigentlich das Diablo 3 ein normales Vollpreis-Spiel ist? Dazu zunächst ein kleiner Rückblick.

Vom Start weg hat mir Diablo 3 riesig Spaß gemacht, auch wenn es hier und da Kleinigkeiten gab, an die ich mich gewöhnen musste. Der erste Schwierigkeitsgrad ist und war ein Witz und auch für aboslute Neulinge problemlos zu bewältigen. Die Geschichte fand ich hingegen vieler negativer Komentare sehr gelungen und Blizzard typisch perfekt inszeniert. Auch Diablo1 und 2 konnten nicht mit einer epischen Geschichte Punkten und solche Erwartungen hatte ich entsürechend auch nicht an Diablo 3.

Der zweite Schwierigkeitsgrad, Alptraum, war schon fordender und wäre besser der erste geworden. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Auf Albtraum machte ich auch den ersten Abstecher ins Ponylevel und war vom Humor der Entwickler wirklich begeistert. Ein echtes Kuhlevel hätte ich mir trotzdem gewünscht.

Auf Hölle ging es dann endlich richtig los. Man muss verschiedene Fertigkeiten zusammenstellen und gute Kombinationen ermitteln. In vielen Foren spricht man von „Builds“. Laut Blizzard nutzen lediglich 3 Prozent der Spieler das gleiche Build. Hier spielen auch die persönlichen Vorlieben eine Rolle. Nach zehn Spielminuten hatte ich das klassische Fertigkeitssystem vergessen und mich an das neue flexible System gewöhnt. Ich persönlich ziehe es vor, da ich mich nicht mehr auf wenige Möglichkeiten festlegen muss. Dieser Punkt ist aber unter den Spielern umstritten und eher eine Glaubenfrage.
Hölle forderte und belohnte aus meiner Sicht angemessen und war nie unfair. Nachdem Diablo ein drittes mal besiegt war freute ich mich wie jeder auf Inferno, den letzten Schwierigkeitsgrad.

Tja, und dann auf Inferno bekam ich wie jeder schon im ersten Akt die Faust ins Gesicht! Der Schwierigketsgrad war ein vielfaches höher als zuvor und die Ausrüstung fühlte sich gänzlich nutzlos an. Also war farmen angesagt. Allerdings gibt es die Items, die einem wirklich voran bringen erst auf Inferno oder mit sehr viel Glück (verschwindend gering) vorher mal aus Zufall. Der Weg führt spätestens an Inferno nicht mehr am Gold-Auktionshaus vorbei. Nachdem ich dort halbwegs passable Ausrüstung mit Widerständen erworben habe funktionierte der erste Akt wunderbar. Für diesen Zustand musste ich mehrere Tage aufwenden.
Der Sprung in Akt 2 hat dann erneut das gleiche Gefühl ausgelöst wie der Start in Akt 1 zuvor. Ein Schlag in die Fresse. Ein angenehmer Schwierigkeitsanstieg sieht gänzlich anders aus. Ich scheue keine Herausforderung aber das teilweise hat man schon das Gefühl, dass diese gewaltigen Anstiege unfair und übertrieben sind.

Also treibt es mich ins AH um weiter nach Verbesserungen zu suchen, denn die Dropraten sind dermaßen niedrig, dass man kaum mal ein gutes Item findet und wenn es doch mal fallen sollte ist es für eine andere Klasse. Diablo 3 ist aus meiner Warte vor dem Patch 1.0.3 ab Inferno ohne AH kaum noch zu bewätigen bzw. man spürt keinen Fortschritt. Deshalb bin ich gezwungen mehr Zeit im AH zu verbringen und auf Angebote zu lauern, ähnlich wie ich es ab und an bei Ebay mache. Nur mit wesentlich schlechteren Suchmöglichkeiten.
Seit dem 15.06.2012 gibt es in Deutschland das Echtgeld-Auktionshaus. Ein genialer Streich von Blizzard. Mittlerweile gibt es die richtig guten Items nur noch dort und man muss mit harten Euros zahlen. Blizzard hält freilich bei jeder Transaktion die Hand auf. Erst mal einen Euro pro verkauften Artikel und falls es jemand wagt das Geld vom Battle.net Account auf sein Paypal Konto zu buchen nochmal 15 Prozent.
Auf kurz oder lan bedeutet es, wenn ich in Diablo 3 weiter kommen möchte ohne tausende von Stunden zu grinden muss ich Geld ausgeben. Dieses Spielemodell gibt es momentan sehr häufig. Ein prominenter Vertreter ist beispielsweise Runes of Magic. Das der „Free2Play“ Gedanke so hinterhältig ins Spiel gedrückt wird um etwas abzugreifen finde ich sehr schade. Vor allem wenn man zuvor ein Spiel für 40 Euro oder mehr kaufen musste.

Nun sollte mit Patch 1.0.3 alles besser werden. Der Schwierigkeitsgrad soll angemessener sein und die Droprate von besseren Items ab Akt 1 Inferno höher. Soweit hört sich das sehr gut an, in der Praxis sieht es aber nicht ganz so rosig aus. Gefühlt droppen tatsächlich mehr hochwertige Gegenstände, ob man diese brauchen kann ist ein anderes Thema. Es wurden aber auch andere Änderungen durchgeführt, die teilweise starke Auswirkungen auf die Spielbalance haben und den Goldvorrat der Spieler weiter schmälert.

Ein wichtiger Punkt ist die Angriffsgeschwindigkeit. Dieser Wert war im nachhinein von Blizzard als zu stark bewertet worden. Ich sehe das ähnlich und kann die Abschwächung nachvollziehen. Ich kann aber auch den Ärger der Spieler nachvollziehen, welche komplett darauf ausgerichtet waren. Nicht nur das sie jetzt weniger Schaden machen, nein, die Ausrüstung verliert auch stark an Wert. Wenn Blizzard auch in Zukunft solche Änderungen durchführt wird es für Spieler sehr frustrierend werden und das AH immer wieder gestärkt.

Bitte versteht die Kritik jetzt nicht falsch. Spielerisch ist Diablo 3 aus meiner Sicht sehr gut und macht mir riesig Spaß. Ich bedaure nur, dass die Dropraten im Vergleich zu den früheren teilen deutlich schlechter sind und besonders die Spieler davon betroffen sind, die nach den ersten 3 Wochen nicht bereits weit über 150 Spielstunden hatten.