• Story
  • Grafik
  • Sound
  • Steuerung

Die Hitman Serie wurde vor einigen Monaten um ein weiteres Werk erweitert. Da dies bei meiner neuen Grafikkarte als kostenlose Beilage enthalten war nutzte ich die Möglichkeit mein erstes Hitman seit dem ersten Teil zu Spielen.
Warum ich die Teile davor übersprungen habe? Hitman: Codename 47 fand ich damals so schwer, dass ich mich kaum überwinden konnte nochmal eins zu spielen aber versteht mich nicht falsch, bereits der erste Ausflug hat mir schon sehr gut gefallen.

Die Fortsetzung Hitman: Absolution hat mich wieder ab der ersten Minute gefesselt und motiviert. Der Antrieb sein Ziel möglichst professionell und raffiniert zu erreichen ist wirklich riesen groß. Besonders da es auch für alle außergewöhnlichen Tötungen besonders viele Punkte gibt aber fangen wir bei der Story an.

47 bekommt von der Agency den Auftrag seinen ehemaligen Handler Diane zu töten, natürlich kommt alles anders als erwartet und 47 wechselt kurzerhand die Seite und arbeitet gegen seinen früheren Auftraggeber.
Dabei bekommt er es mit allerhand einmaligen und interessanten Bösewichten zu tun, welche durchaus aus einem Kill Bill oder ähnlichen Film stammen könnten. Dies ist auch eine der stärken von Hitman: Absolution. Die Charaktere sind glaubhaft umgesetzt, ein wenig überdreht und einfach perfekt, auf deutsch, synchronisiert! Für einen ausländischen Titel leider eine Seltenheit.
Die Story bietet klassische Agenten Elemente und hat wenige Wendungen. Mir hat sie trotzdem gut gefallenen, da sie durch sehr gute Renderfrequenzen zwischen den einzelnen Missionen voran getrieben wird.

Agent 47 bekommt es auf seinem Missionen mit Horden an Gegnern zu tun, welche im Idealfall nicht getötet werden. Hier unterscheidet sich Hitman: Absolution von einem Standard-Shooter wie Call of Duty, bei dem man sich eher wie in einer Schießbude fühlt. 47 schleicht durch Gänge nahezu unsichtbar durch die Level um den Auftrag unerkannt zu erfüllen und die Zielperson auszuschalten.
Mir haben die Schleichpassagen viel Spaß gemacht und die Spannung war zum greifen! Wer lieber drauf los ballern möchte ist bei Hitman nicht ganz richtig. Auch wenn das auf den niedrigen Schwierigkeitsgraden durchaus eine Lösung darstellen kann. Spätestens aus „Schwer“ kommt man aber um zumindest etwas leiseres Vorgehen nicht herum.

Die gebotene Waffenauswahl ist sehr umfassend. Ich habe mich trotzdem auf die üblichen, meist lautlosen, Waffen beschränkt.
Neben einem Gewähr oder dem Klavierdraht bietet Hitman: Absolution zudem die Möglichkeit die Ziele mit einem scheinbaren „Unfall“ zu töten. Dies kann ein Stromschlag sein oder ein Explodierter Gasherd. Der Vorteil liegt auf der Hand, die Wachen werden nicht misstrauisch, da sie es für einen Unfall halten. Damit solche Attentate gelingen muss man die Umgebung genau erkundschaften und die Laufwege der Zielperson kennen. Insgesamt benötigt man dadurch mehr Zeit. Als Belohnung winken Bonuspunkte und Erfolge.

Grafisch weiß Hitman: Absolution zu gefallen und hat keine Schwächen. Die Atmosphäre der erstellten Level ist immer passend und authentisch. Die Texturen sind hoch aufgelöst und die Beleuchtung gelungen. Bei den Gesichtern der Wachen, Polizisten und Passanten hätte ich mir etwas mehr Abwechselung gewünscht. Die kommen einem streckenweise wie eine Klonarmee vor und können den Vergleich mit den einmaligen Hauptfiguren nicht standhalten.

Wie bereits erwähnt sucht die deutsche Sprachausgabe für ein Computerspiel seinesgleichen. Auch die restlich Akustik zeigt keine Schwäche. Wenn Gegner in der Nähe sind und Gefahr droht hört man das Herz von Agent 47 pochen und die Waffen haben einen guten Klang. Den bombastischen Klang eines Battlefield 4 haben sie nicht.

Der größte Schwachpunkt von Hitman: Absolution stellt manchmal die Steuerung dar, welche ab und zu anders reagiert als man es erwartet. Hier und da muss man gefühlt in die entgegen gesetzte Richtung steuern, damit sich 47 dorthin bewegt wo man ihn gerne haben möchte. Die fiel regelmäßig beim balancieren über Vorsprünge auf. Wenn man viel Pech hat ist es genau die eine Bewegung, welche man nicht so erwartet hat, die einen aufliegen lässt. Die Konsequenz ist dann der Start am Levelanfang oder am letzten Speicherpunkt, welche in den Levels gefunden und aktiviert werden müssen. Diese Momente können für Frustration sorgen!
Das Speichersystem mit festen Speicherpunkten, die zudem noch gefunden und aktiviert werden müssen, hört sich immer abschreckend an. Auch für mich ist das im Vorfeld immer ein möglicher Frustfaktor. Zu Hitman passt dieses Prinzip meiner Meinung aber ganz gut. Zum einen wird man für seine Fehler „bestraft“ und zum anderen Fallen einem beim nochmaligen passieren bestimmter Stellen ganz neue Lösungsansätze auf! So fährt man sich nicht in einer fixen Idee fest und kann leichter einen neuen Weg beschreiten.

Hitman: Absolution hat mich die meiste Zeit bei der Stange gehalten und ich habe es an wenigen Abenden mit einer gesamt Spielzeit von 15 Stunden durchgespielt. Die erste Hälfte habe ich auf „Normal“ angefangen und die zweite Hälfte auf „Schwer“ fortgesetzt. Die Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich durchaus und steigen, soweit ich es beurteilen kann , fair an. Den Schwierigkeitsgrad Purist hat mich dann aber doch etwas abgeschreckt 😉
Ich empfehle Hitman jedem der nicht auf stupides rumgeballer steht und bei Schleichpassagen nicht die Ruhe verliert. An vielen Stellen ist Geduld gefragt. Wer die seltenen Frustmomente wegen der nicht immer geglückten Steuerung verschmerzen kann bekommt ein tolles Spiel mit gut inszenierter Geschichte!